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Schmarotzer - Dezember

 

Ein sehr ähnliches Aussehen besitze der Wald-Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum). Seine etwas dunkleren Blüten sind aber deutlich kleiner und erreichen maximal eine Länge von einem Zentimeter. In seiner Verbreitung ist er auf Nadelwälder in höheren Lagen beschränkt. Der Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum) unterscheidet sich auf den ersten Blick von den beiden anderen Arten durch seine blauviolett gefärbten Hochblätter, die im auffälligen Kontrast zu seinen gelben Blüten stehen. Die Blütenkelche sind darüber hinaus wollig-zottig behaart. Ebenfalls im Unterschied zu den beiden anderen Arten schmarotzt er nicht an Fichten, sondern an Gräsern. Der Hain-Wachtelweizen wächst bevorzugt im Halbschatten von Wald- und Gebüschrändern. Der Kamm-Wachtelweizen (Melampyrum cristatum) unterscheidet sich gleich in mehrfacher Hinsicht von den übrigen drei Arten: Die gelblichen Blüten sind deutlich purpurn überlaufen und nicht in einseits-, sondern in allseitswendigen Ähren angeordnet. Als Standorte besiedelt der Kamm-Wachtelweizen kalkreiche Eichen- und Kiefernwälder. In seinem Vorkommen ist er aber nicht streng an Wälder gebunden, sondern wächst auch in lichten Gebüschsäumen und auf Halbtrockenrasen.

Die Verbreitung der Wachtelweizen erfolgt in der Regel durch Ameisen. Die Samen der Pflanzen ähneln Ameisenpuppen und werden deshalb von Ameisen in ihre Nester transportiert, wie sie unter Umständen keimen. Durch den Gehalt an Aucubin sind alle Wachtelweizenarten (für den Menschen) zumindest schwach giftig. Für kleinere Säugetiere (z.B. Mäuse) kann der Inhaltsstoff sogar tödlich wirken. In der Vergangenheit kam es gelegentlich durch Verunreinigung des Getreides mit Samen des Acker-Wachtelweizens (Melampyrum arvense) zu Mehlvergiftungen. Die damit einhergehende Schwarzfärbung des Brotes führte zum wissenschaftlichen Namen der Gattung, da im Griechischen melas „schwarz“ und pyros „Getreide“ bedeutet. Für den deutschen Namen gibt es unterschiedliche Deutungen. Eine Erklärung bezieht sich auf die angebliche Vorliebe der Wachteln für die Samen, eine andere auf die Ähnlichkeit der Samen mit Weizenkörnern. Bis vor kurzem gehörte die Gattung wegen ihrer Blüten zu den Rachenblütlern, neuerdings stellt man sie zu den Sommerwurzgewächsen.

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