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Schmarotzer - September

 

Der überwiegende Teil der Seidenarten kam ursprünglich gar nicht bei uns vor. Sie sind erst in den letzten 150 Jahren vor allem aus Nord- und Südamerika nach Europa eingeschleppt worden. Vorwiegend auf Gehölzen schmarotzen die Pappel- und die Weiden-Seide (Cuscuta lupuliformis und C. gronovii). Beide Arten haben ihren Verbreitungsschwerpunkt an den Ufern unserer großen Flüsse. Die Pappel-Seide konnte in den letzten Jahrzehnten ihre Areale längs des Rheins nach Süden ausdehnen. Die meisten Seidenarten sind recht schwierig zu bestimmen, da ihre Unterscheidungsmerkmale nur durch eine genaue Betrachtung mit der Lupe zu erkennen sind. Dagegen hebt sich die Pappel-Seide gegenüber ihren Artverwandten schon allein durch ihren deutlich dickeren (bindfadenstarken) Stängel ab. Auch ihre Fruchtkapseln, über die alle Seidenarten verfügen, erreichen etwas größere Dimensionen von bis zu 7 Millimetern. Zusätzlich sind die Blüten lockerer, weniger knäuelig gehäuft angeordnet als bei den anderen Sippen. Außer an Pappeln Schmarotzt die gleichnamige Seide auch an Kratzbeeren, Weiden, Holunder und krautigen Pflanzen.

Lange Zeit wurden die weltweit ca. 200 Seidenarten in einer eigenen Pflanzenfamilie (Cuscutaceae) zusammengefasst. Neuerdings stellt man sie in die Familie der Windengewächse (Convolvulaceae), bei deren Vertretern es sich – wie bei den Seiden – um Lianen im weiten Sinne handelt, da sie für das Höhenwachstum auf andere Pflanzen als Stütze angewiesen sind. Im Unterschied zu den übrigen Windengewächsen ist die Verbindung der Seiden zu ihren „Stützpflanzen“ aber weitaus intensiver und existenzieller.

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