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Schmarotzer - August

Ab dem (süd-)östlichen Mitteleuropa (in Deutschland nur sehr selten in Sachsen) tritt nämlich eine weitere „Mistel“-Art auf, die Europäische Eichenmister oder Riemenblume (Loranthus europaeus), die fast ausschließlich auf Eichen schmarotzt. Darin unterscheidet sie sich auffällig von unserer heimischen echten Mistel, die zwar auf vielen Gehölzarten zu finden ist, nie aber auf Eichen. Tatsächlich werden beide Arten zu zwei ganz unterschiedlichen Gattungen gezählt.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer bevorzugten Wirtspflanzen wird aber auch unsere Mistel noch weiter in drei Sippen bzw. Unterarten untergliedert. Die verbreiteste Sippe ist die Laubholzmistel. Sie zeigt kein besonders wählerisches Verhalten hinsichtlich ihrer bevorzugten Wirte. Häufig sieht man sie auf Hybridpappeln, Apfelbäumen und Robinien, wie sie auch insgesamt gerne auf nicht heimischen Gehölzen erscheint. Daneben siedelt sie aber auch auf verschiedenen anderen heimischen Laubholzarten. Die beiden anderen Sippen haben ein deutlich eingeschränkteres Verbreitungsgebiet: die Kiefern- und die Tannenmistel. Ihre deutschen Namen beziehen sich auf ihre jeweiligen winzigen Wirtspflanzen. Beide Sippen kommen fast ausschließlich im Bereich des natürlichen Verbreitungsgebietes ihrer Wirtspflanzen vor, wodurch die Tannenmistel weitgehend auf Süddeutschland beschränkt ist.

Bei ihrer Verbreitung ist die Mistel auf die Mithilfe der Vögel angewiesen. Denn nur mit ihrer Unterstützung gelangen die Samen auf andere Bäume oder Astpartien. Dabei spielt die Beschaffenheit der klebrig-schleimigen Früchte eine entscheidende Rolle. Wegen der glitschigen Substanz können die Früchte den Verdauungstrakt schnell passieren. Die unverdauten Samen werden dann auf anderen Gehölzen ausgeschieden oder aber auch nur an anderen Östen und Zweigen mit den Schnäbeln abgestreift, wo sie aufgrund ihrer Beschaffenheit kleben bleiben. Die Konsistenz der klebrig-schleimigen Früchte ist schon seit alters her bekannt. Der wissenschaftliche Name der Mistel (Viscum) bedeutet auf Lateinisch Leim. Nach der Keimung und Ausbildung einer Haftscheibe wächst zunächst ein Saugfortsatz in den Holzteil des Wirts. Erst darauf findet die weitere Entwicklung statt. Misteln können bis zu 70 Jahre alt werden.

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