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FBG Westmittelfranken

Farne - November

Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

In Mitteleuropa kann eigentlich nur ein Farn durch seine Massenbestände den Charakter eines „invasiven Unkrauts“ annehmen: der Adlerfarn. Voraussetzung und Grundlage für diese Massenbestände ist seine starke vegetative Vermehrung mittels seiner Wurzelsprosse (Rhizome), die eine Länge von bis zu 60 Metern (und ein Alter bis zu 1500 Jahre) erreichen können. Das ungefähre Alter lässt sich unter anderem dadurch abschätzen, dass sich jedes Jahr nur ein Blatt entwickelt. Diese Blattentwicklung findet jeweils erst relativ spät (zum Teil Ende Mai) statt und endet auch früh: schon im September vertrocknen die Blattwedel.

Aber nicht nur die unterirdische Wuchskraft ist gewaltig, auch sein maximales Höhenwachstum von 2 bis 4 Metern übertrifft das aller anderen heimischen Farnarten. Ein weiterer Superlativ in der mitteleuropäischen Farnflora ist die Anzahl der Fiederung seiner Wedel, die bis zu vierfach sein kann. Bemerkenswert ist auch die Länge der Blattstiele, die die der Blattspreite übertreffen. Aufgrund seines Höhenwachstums ist der Adlerfarn der einzige heimische Farn, den man aufgrund seiner Wuchsform auch als fakultative Liane bezeichnen kann, dann nämlich, wenn er sich mit seinen meist leicht überhängenden Wedeln im Geäst benachbarter Sträucher als Spreizklimmer abstützt. In der Regel kommt dies aber nicht oft vor, da der Adlerfarn bevorzugt auf offenen Flächen wächst bzw. vorwiegend dort seine Massenbestände ausbildet. Denn wie kein anderer terrestrischer Farn unserer Flora erträgt er sonnige und gehölzfreie Standorte. Nicht zuletzt ist er sehr anspruchslos an seinen Wuchsort. So wächst er bevorzugt auf sandigen, sauren, oft basenarmen Böden. Diese monotonen Massenbestände finden sich in vielen Fällen auf (ursprünglich) vom Menschen geprägten Flächen wie Grünlandbrachen, Kahlschlägen und Waldauflichtungen.

Durch seine dichten Bestände kann er andere Pflanzenarten bzw. die ursprüngliche Vegetation verdrängen. Deshalb ist er in der Forstwirtschaft unbeliebt. Er vermag eine Naturverjüngung von Gehölzen genauso wie gepflanzte Setzlinge zu unterdrücken. Aber auch im landwirtschaftlichen Bereich ist er unerwünscht. Dies hängt mit seiner Giftigkeit zusammen. Seine Bekämpfung gestaltet sich aber nicht einfach. Selbst Brände vermögen ihn nicht dauerhalt zu schädigen; vielmehr werden Adlerfarnbestände sogar durch Brände gefördert. Erst durch eine dreimalige Mahd lässt er sich zurückdrängen.

In naturnahen Waldgesellschaften wächst der Adlerfarn in Buchen-Eichen-Wäldern und Hainsimsen-Buchen-Wäldern. Der Adlerfarn hat eine weltweite Verbreitung. Manche Regionen und Landschaften sind geradezu geprägt von großen Adlerfarnbeständen.

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